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Vorbereitungen, Tests und erste Gedanken

Donnerstag, 10.03.2011

Hey,

 ich habe mich nun endlich dazu entschlossen meinen Gedanken, den ich schon seit Studienbeginn mit mir herumtrage, zu verwirklichen.

Sehr viele meiner Freunde und Kommilitonen waren schon im Ausland, haben da studiert, Praktika gemacht oder sind einfach nur gereist. Ich muss zugeben, dass ich darauf immer etwas neidisch war. Manche dieser Leute haben sich sogar dadurch so stark verändert, dass man sie kaum noch wiedererkennen konnte, sowohl optisch als auch geistig.

Viele haben ihren Horizont erweitert, Erfahrungen - gute und schlechte - gesammelt und Abenteuer erlebt. Ich hatte schon immer etwas Fernweh, wollte einfach mal weg. Südamerika war der erste Gedanke, 6 Monate einfach Südamerika, Erfahrungen sammeln, Land und Leute kennen lernen und den Horizont erweitern. Doch das kann ich mir zurzeit finanziell als auch zeitlich gesehen nicht leisten. Außerdem hab ich bedenken, dass ich mir das Ganze doch ganz anders vorstelle.

Deswegen mache ich jetzt etwas derartiges, nur kleinere Entfernung, sowie Zeitraum.

Es soll ein Road Trip an eine südeuropäische Küste werden, Spanien wird präferiert.

Was ich mitnehme habe ich in einem kleinen Video zusammengestellt.. Wie komme ich dahin? Natürlich mit trampen. Ist das gefährlich? Ich hoffe es hält sich in Grenzen...

Natürlich springe ich nicht ganz ins kalte Wasser, so habe ich das Zeltaufbauen in der Nacht, nur mit Kopflampe, geübt, Probegeschlafen im Schlafsack, sowie einen Tramptrip über 400km gemacht. (dies könnt ihr aber noch genauer in den Videos verfolgen)

 

Sofern es mir möglich ist und ich an Internet komme, werde ich so oft wie möglich versuchen den Blog zu aktualisieren. Warum schreibe ich überhaupt einen Blog? Weil diejenigen, denen ich davon erzählt habe, mich darauf brachten und auch was davon haben wollten, (ich glaube Sie wollen nur über die peinlichen und unangenehmen Erfahrungen lachen....)

 

Hier die ersten Videos:

Der Test:                                     http://www.vidup.de/v/T2Wqe/

Probeschlafen:                            http://www.vidup.de/v/L04Fh/                        

Was nehme ich mit?                   http://www.vidup.de/v/rTJMP/   

Der Start

Samstag, 12.03.2011

Vorgestern war es nun also so weit, die letzte Nacht nochmal im heimischen Bettchen schlafen. Aus dem Schlaf wurde jedoch nicht viel, denn ich war noch bei Freunden eingeladen und wir feierten bis früh halb 6, alle waren beeindruckt, was ich vor hatte, die meisten fanden es aber total lustig, eine wäre sogar fast spontan mitgekommen. Ich lernte an diesem Abend sogar noch einen kennen, der gerade aus Spanien kam, da er dort ein halbes Jahr studierte. Er fragte mich, ob ich denn überhaupt spanisch kann, als ich dies verneinte, musste er lachen und sagte, komm gib mir nen Stift und nen Blatt Papier und ich schreib dir wenigstens ein paar der wichtigsten Sätze auf.

Der allererste Satz auf diesem Blatt Papier ist wahrscheinlich der allerwichtigste:

"No me toces" was so viel heißt wie "fass mich nicht an!" außerdem noch solche wichtigen Sachen, wie "wohin fährst du" oder "ich will nen Bier!" 

Es war ein wirklich lustiger und flüssiger Abend, wenn nur diese Zahnschmerzen, die ich vor zwei Tagen bekommen hatte, nicht wären.

Ich bin also früh kurz vor halb 7 im Bett gewesen und dachte nur, genieß wenigstens die letzten Stunden im Bett.

Aus dem Genießen wurde nicht viel, da ich -immer noch gut angetrunken- schon kurz nach um 8 vor Schmerzen aufwachte. Diese megaultrahardcore Zahnschmerzen. Ich dachte nur, des kann’s doch jetzt net sein. Völlig schlaftrunken quälte ich mich aus dem Bett und wollte nur sicherheitshalber zum Zahnarzt, denn wenn die Schmerzen mich die ganze Zeit begleiten würden. könnte ich ja den Trip gar nicht genießen. Gesagt getan, ich war beim Zahnarzt, wo ich über eine Stunde warten musste, bis er mich behandelte. Ich hatte nix gegessen und nur den letzten Vodkageschmack im Mund und hoffte die ganze Zeit nur, dass der Zahnarzt meine Fahne nicht bemerkt und ich Ihm nicht in den Saal kotzen muss. Er fragte mich also nach meinen Beschwerden, schaute mir in den Mund und meinte nur so "oha! das müssen wir gleich mal röntgen“.

Raus kam, dass einer meiner Weisheitszähne eine Entzündung ausgelöst hatte, alle anderen drei jedoch auch viel zu wenig Platz hatten und es hieß "ich werde das ganze jetzt unterspülen mit einer schlechtschmeckenden Lösung, dann stelle ich Ihnen eine Überweisung aus und dann gehen Sie so schnell wie möglich zum Kiefer- und Gesichtschirurgen und lassen sich alle 4 Weisheitszähne auf einmal entfernen"

Heißt, nächste Woche OP, dann nach ein paar Tagen Fäden ziehen und den Trip nach hinten verschieben - Fuck!

Nun sitze ich schon den zweiten Tag zu Hause, ärgere mich mega über alles, da mir schon letztes Jahr, kurz bevor ich nach Italien zum Beachvolleyballlehrgang fahren wollte auch etwas dazwischen gekommen ist.  Die Zahnschmerzen sind zum Glück so ziemlich weg, jedoch bekomme ich kaum noch meinen Mund auf und kann kaum kauen, da der Kiefer dann tierisch schmerzt, Das schlimmste ist aber, dass dabei irgendwie meine Mandel angegriffen wurde und die nun so stark angeschwollen ist, dass sie den halben Rachen ausfüllt und mir das Schlucken nur unter extremen Schmerzen möglich ist.

Naja alles nicht so toll, aber ich lass den Kopf nicht hängen, da ich noch genug Zeit habe und das ganze zum Glück etwas nach hinten verschieben kann. Vor der Op bin ich trotzdem etwas aufgeregt, wöllte am liebsten gleich auf den OP Tisch damit ich es endlich hinter mir habe und nie wieder Probleme mit den Weisheitszähnen...

 

aller guten Dinge sind drei

Sonntag, 27.03.2011

Hey, nachdem nun endlich alles verheilt ist und es endlich losgehen konnte, war abgemacht, dass wir gestern früh halb 8 starten.

Jedoch waren wir Freitag abend noch bei einer Freundin vorglühen (war lustig Melli) und dann in den Zauberberg zum abdancen gegangen. Naja den Rest kann sich ja wahrschienlich jeder denken...

Wir waren alle ziemlich gut dabei und letztendlich erst halb 6 morgens zu Hause. Fabi, der mich den nächsten Tag an die Raststätte fahren wollte, hat es sogar geschafft, eine Stunde nachdem wir ins Bett gegangen sind, anzurufen, ob wir nun losfahren wollen.

Natürich war ich nichtmal in der Lage aufzustehen, geschweige denn noch die letzten Sachen einzupacken. Ich hätte also wahrscheinlich die wichtigsten Dinge vergessen und Fabi wäre mit Restalc von der Polizei kontrolliert wurden...

Also hieß es mal wieder: "ich verschiebe den Start"

Diesmal wird es ernst, nach einer relativ kurzen Nacht, in welcher ich mir auch noch mein Bett mit zweien teilen musste (obwohl es meine letzte gemütliche Nacht werden sollte...) sind wir nun alle aufgestanden, fit, keinen Kater, der Rucksack gepackt und ready for take off!

 

Es geht also los, in den nächsten zehn Minuten müsste das Auto vorfahren und wir fahren zu dritt bis auf eine Autobahnraststätte an der A3, von wo aus ich dann alleine starte, bis dahin werde ich mich hoffentlich bald wieder melden können....

ihr werdet es nicht glauben

Montag, 28.03.2011

zunaechst einmal wundert euch nicht, wenn einige buchstaben verdreht sind, die haben hier eine total komische tastatur....

also ich bin gestern mit fabi und melli gestartet, vielen dank nochmal fuer die unterstuetzung

meine erste mfg war gleich ein voller erfolg; da ich fast bis konstanz mitfahren konnte; noch lustiger war, dass der typ aus radebeul kam, ueber wue fuhr und nach kn weiter. Dort angekommen hab ich schnell einen gefunden, der mich fast bis nach zuerich mitnahm; wo ich dann einen megahaenger hatte und schon dachte, ich komm gar nicht mehr weg. Bin ich dann aber doch noch, sodass ich in der naehe von Luzern mich abladen lies und ganz allein noch eine viertel stunde in den tiefen dunklen wald gelaufen bin, wo ich dann mein ezlt aufbaute. Leider ist da gleich ein tragendes teil abgerissen, sodass ich mittels multifunktionstool ein loch reinschneiden musste um zu imprvisieren...

die nacht war der reinste horror, ich konnte kaum einschlafen und dann krachte es ploetzlich neben mir, ich ganz allein im wald und jemand der mich toeten will.... natuerlich war es nur irgendwelches wild, aber jeder kann sich sicherlich vorstellen was in einem in einer solchen situation vorgeht....

Heute morgen war es kalt und nass in luzern; sodass ich an der raststaette erst mal schoen warm duschen ging. Dann ging es von da weiter richtung grenoble mit einen paar megalustigen ukrainer in ungefaehr meinem alter, die nach les deux alpes zum skifahren wollten. Im auto haben wir uns ueber dies und das unterhalten und ich hab natuerlich erst mal nen megabock geschossen, als ich sagte, dass ja bukarest die hauptstadt der ukraine sei, megafail, naja wenigstens konnte ich dann mit "eastzone" ukraine und ddr punkten. In grenoble bin ich dann ausgestiegen und wollte richtung valence, niemand fuhr aber da lang und mir wurde staendig geraten nach in richtugn lyon zu fahren, da man von da besser kommt. Gesagt getan, trotzdem megafail, dort hatte ich genauso haenger und als mich dann auch noch ein zwar sehr netter franzose bis in die stadt mitnahm ging gar nix mehr. Erst mal was essen, es war schliesslich schon halb sieben. Dann fand ich nach aktiver ansprache einen, der wieder auf die autobahn richtung grenoble fuhr, jedoch konnte ich nur zehn minuten mit ihm mitfahren, da dann die autobahn richtung valence, also richtung spanien abging. Megafail war natuerlich, dass er mich an der Mautstation absetzte, sodass ich mich da anbieten musste... wer schon mal eine solche franz. mautstation gesehen hat weis wovon ich spreche. Ausserdem ist es strengstens verboten, dass man sich da hinstellt und trampt; Andererseits stand dort schon einer, der nach Lyon wollte, also unterhielt ich mich kurz mit ihm und stellte mich auch dort hin. Er kam sofort weg, alle fuhren nach Lyon weiter aber absolut niemand nach Valence. Wiedermal eine solche Situation, wo man einfach nur kotzen koennte:::

 

JETZT KOMMTS!!!!!!

 

Ploetzlich kam ein mann von der mautstelle auf mich zu und ich dachte schon, der verhaftet mich gleich oder so. Nein gane im gegenteil, er gab mir noch tipps, wo ich mich besser hinstellen sollte!!!

Gesagt getan und " min spaeter hilt ein Ehepaar im alter meiner eltern an und diese meinten, dass sie nicht ganz nach Valence fahren sondern nach Montpellier, was noch viel viel suedlich ist und fuer mich somit absolut top. Jackpot dachte ich, aber es kommt noch besser, die waren soooo magacool drauf, sodass wir uns die ganzen drei stunden fahrt unterhielten und sie mir auch noch anboten bei ihnen in le grasse zu schlafen... 

Natuerlich hatte ich bedenken, doch ich habe alles richtig gemacht zugesagt und jetzt sitze ich hier in le gras. Ich hab ihnen noch beim ausladen geholfen, die haben mir jetzt zich kaesesorten gezeigt, die ich alle gekostet habe, so noch drumherum megaviel aufgetafelt usw. Ausserdem hat der mann mir noch ihren pool gezeigt und jetzt habe ich hier fuer mich die ganze untere etage des hauses fuer mich. Er hat mir noch den Megateuren Mac angemacht und jetzt kann ich alles nutzen. Sogar ein Doppelbett zum schlafen, ein eigenes Bad und wenn ich will, gehe ich raus, mache das licht im pool an und schwimm noch ne runde, einfach mega!

Morgen wollen sie mich entweder nach montpellier fahren und mir die stadt zeigen, oder auf die autobahn, wo ich in dreieinhalb stunden schon in spanien bin.

 

Da soll jetzt mal einer sagen trampen kann nicht schoen sein!!!!

morgen nachdem wir gemeinsam gefruehstueckt haben, werde ich noch nen paar fotos machen, damit ihr mir das auch glaubt!

jetzt bin ich echt muede und erschoepft und freu mich auf meine heisse dusche und mein frisch gemachtes doppelbett! 

 

BON NUIT!

Die dümmste Entscheidung

Dienstag, 29.03.2011

Der Tag heute startete sehr gut. Nachdem ich eine sehr erholsame Nacht in einem wunderschönen Doppelbett in Le Cres verbracht hatte, standen wir gemeinsam auf und fuhren in die Stadt um Croissants für das gemeinsame Frühstück zu kaufen. Wir Frühstückten ausgiebig und nachdem ich noch von dem nettesten Paar in Frankreich mit reichlich Essen und Trinken für den Tag ausgestattet wurde, fuhr er mich an die Autobahnauffahrt in Montpellier.

Dort angekommen, wartete ich keine 5 Minuten und wurde von 3 netten, teilweise hübschen Französinnen mitgenommen. Es stellte sich heraus, dass sie nach Spanien an die Grenze fahren wollten, um Zigaretten zu kaufen. Perfekt! Ich kam also in Spanien an der Grenze an, wartete wieder ein Weilchen und schon kam ein netter Marokkaner, der mich mitnahm. Auf der Fahrt ging es über Girona in Richtung Barcelona. Wir fuhren jedoch nicht auf einer Autobahn, sondern nur Schnellstraße und auf dieser habe ich so viele Prostituierte oder auch „Chicas“ wie noch nie zuvor gesehen, in jeglicher Ausführung, klein, groß, blond, dunkel, manche wirklich sehr ansehnlich ;-) …

Der Marokkaner meinte, dass sie „für 20€ alles mit dir machen“. Naja dann fing er an, sich nach jeder umzudrehen und ab und zu sogar zu hupen. Außerdem fragte er mich in seinem gebrochenen englisch „do you want?“ worauf ich etwas sehr übertreiben musste um endlich davon abzulenken, indem ich sagte: „no, in Germany i´ve many girls an they do it for free“. Daraufhin ließ er locker. Ansonsten war er aber sehr nett.

Ich sagte ihm, dass ich vor Barcelona an einer Tank- u. Raststätte aussteigen will, da das besser ist, als an der Autobahnauffahrt zu stehen.

 

MEGAFAIL!!!!

 

Nach Barcelona führen tausende Autobahnen und keiner fährt vorbei, sondern entweder nach Barcelona, oder in die Umgebung. Das heißt ich stand da mit meinem Schildchen Tarragona (was ich auch noch falsch geschrieben hatte) da und keiner nahm mich mit.

Daraufhin packte ich meinen 46kg Rucksack und wanderte neben der Autobahn zur nächsten Raststätte. Dies ging leider nur kurz, da dann eine Brücke kam und ich nicht mehr nebenher laufen konnte. Ich musste also durch einen zum Glück sehr kleinen Fluss, aber eben 15m tiefer von der Autobahn laufen. Nachdem ich aus dem Flussbett rauswollte, hatte ich schlechte Karten, entweder waren es Dornensträucher oder kleiner Wasserlöcher, die mir das erschwerten, somit brauchte ich für 200m eine viertel Stunde und hatte einige Blessuren, wie Reiß- und Stichwunden davongetragen.

Leider war danach immer noch keine Möglichkeit auf die Autobahn zu kommen, also wanderte ich weiter und weiter, irgendwann kam ich in Autobahnhörweite und sah einen großen Zaun, natürlich kletterte ich mit insgesamt über 110kg darüber und sprang runter, wobei ich mich auch noch am Bein aufriss… Letztendlich war ich auf der Autobahn, aber nein was war das?

 

Es war eine der spanischen Mautstationen, wieder megafail! Keiner hielt an, bis schließlich einer meinte, er könne mich ein Stückchen mitnehmen. Toll ganze 5km bis zur nächsten Tankstelle, wo wieder nix ging, ich habe geschätzt tausende Leute angesprochen wovon 3 gebrochen Englisch konnten und ich den anderen 997 in gebrochenem Spanisch meine Lage erklären musste. Ich änderte meine Strategie und wollte nun nach Barcelona reinfahren um die Nacht da zu verbringen um morgen einen neuen Versuch zu starten, Richtung Tarragona zu kommen.

Letztendlich hielt ein ganz kleines Auto an, darin saßen 4 Pakistani, sodass mit mir und meinem Megabag, das Auto völlig überladen war. Ich kam also endlich nach 3 Stunden vom Fleck aber nur knapp 20km direkt nach Barcelona. Sie luden mich irgendwo am Stadtrand aus, erklärten mir aber noch total nett, wie ich direkt ins Centrum komme. Das tat ich dann auch mit der U-Bahn.

Da angekommen schaute ich mir einige Sachen, die gut zu Fuß zu erreichen waren an, aß etwas und als die Dunkelheit und der Regen einbrach versuchte ich ein Hotelzimmer zu bekommen.

Keine Chance unter 50€.

Never!!! Also lief ich weiter durch den Regen mit 46kg auf dem Rücken und versuchte einen Infopoint zu finden. Gefunden und Lage geschildert. Sie beschrieb mir, wie ich an die Autobahnauffahrt kommen könnte, es aber jetzt im Dunklen sehr schwierig werden würde. Sie riet mir ein Ticket für 6€ zu lösen und nach Tarragona mit dem Zug zu fahren. Das tat ich dann auch. Als ich aber auf dem BHF in Barcelona war, packte mich plötzlich eine Frau am Arm und meinte nur „Be careful!“ und schaute mich besorgt an. Ich wusste zunächst überhaupt nicht was sie meinte, ich fragte sie mit den selben Worten zurück und sie sagte exakt nochmal das Selbe und schaute über meine Schulter. Ich drehte mich um und sah, wie plötzlich ein junger Spanier in meinem Alter ganz verkrampft auf sein Handy schaute und so tat, als würde er was tippen. Dann bemerkte ich, dass noch 2 dieser Sorte rechts und links von mir standen und wahrscheinlich in den nächsten Minuten mir alles genommen hätten. Ich nahm die Beine in die Hand, schaute mich ständig nach hinten um, aber auch nach vorn, um wieder unter vielen Leuten zu sein und machte mich zum Infopoint auf. Da erklärte ich, dass ich nach Tarragona müsse, worauf ein Mann hinter mir meinte, dass er die selbe Strecke fährt und mir helfen kann, indem er mir sagt, wann ich aussteigen müsse. Auch er erzählte mir dass ich hier sehr gut auf meine Sachen aufpassen müsse, alle Wertsachen am Körper tragen solle und immer wieder schauen, ob mein Rucksack offen ist. Das tat ich dann auch, bis ich im Zug war.

 

Nun bin ich endlich in Tarragona angekommen, habe ein Hotel gefunden, mit der Hoteldame gefailscht und ein sehr schönes Doppelzimmer mit allem drum und dran für mich allein.

 

Morgen geht’s nach Valencia, wo ich hoffentlich einen besseren Tag zum Trampen erwische….

 

Bis dahin gute Nacht (die Fotos sind unter meinem Facebookprofil, Videos hochladen ist mit dem Internet hier leider net möglich :-(

the hardest way

Mittwoch, 30.03.2011

Mein Wecker klingelte dreiviertel 8. Halsschmerzen und Schwäche plagten mich, ich ging zum Frühstücken in den Aufenthaltsraum und konnte kaum das kleine Brötchen, was in meinem Inklusivfrühstück beinhaltet war, ohne zu zittern halten.

Ich beschloss mich nochmal hinzulegen, da ich merkte, dass ich wirklich nicht fit war. Der gestrige Tag hat sehr geschlaucht, ständig den Rucksack schleppen und das über Stock und Stein suckt einfach!

Nachdem ich dann wieder aufwachte surfte ich zunächst im Internet um mein Profil bei Couchsurfing einzurichten um heute Abend eventuell in Valencia eine Schlafgelegenheit kostenlos zu bekommen.

Ich war mir sicher, dass ich es bis Valencia, wenn nicht sogar weiter schaffen würde.

Nachdem ich alles eingepackt hatte machte ich mich samt Rucksack auf, irgendwo in Tarragona billig Mittag essen zu können. Es wurde letztendlich ein Döner, der satt machte, danach kaufte ich mir noc eine 2l Flasche Wasser, die mein Gepäck zusätzlich um 2kg erhöhte…

In Tarragona schaute ich mir einiges an, was interessant aussah, sah einige „Chicas“ und coole Machos usw. Danach beschloss ich mich in Richtung Autobahn aufzumachen.

Ich war an einer Auffahrt und schrieb auf mein Schild Castelló. Niemand hielt an, also schrieb ich Aeroport drauf, um wenigstens erst mal auf die Autobahn zu kommen und mich an der Nächsten Aus- und Auffahrt absetzen zu lassen, um bessere Chancen nach Castelló mitgenommen zu werden, zu bekommen.

Wieder hielt niemand an…

Nach einer halben Stunde gab ich es auf und beschloss an der Autobahn entlang zu laufen um auf die besagte nächste Auffahrt zu kommen. Es waren auch nur 2km, jedoch war wieder ein Fluss auf der Karte zu sehen, der mir schon da Sorgen machte.

Ich lief also an der Autobahn entlang, sah den Fluss und bemerkte, dass ich es schaffen könnte, oben neben der Autobahn langzulaufen, wenn ich mich an der Planke festhalte.

Gesagt – getan. Jedoch bemerkte ich dann an der nächsten Abfahrt, dass ich die Autobahn überqueren muss, um auf die Auffahrt nach Castelló zu kommen.

Ich schaute wo ich am besten lang kam, bemerkte aber schnell, dass ohne mehrere Kilometer zu laufen kein Weg war. Darauf hatte ich absolut keine, das auch noch mit dem schweren Rucksack. Also machte ich was völlig unüberlegtes und dummes, macht dies niemals nach. Ich passte eine Gelegenheit ab und rannte quer über die ganze Autobahn, 6 Spuren. Absolut fail, da nachher genauso wieder keiner anhielt und ich es nach insgesamt nun schon 2 Stunden aufgab und wieder Tarragona auf mein Schild schrieb.

Ein Chica hielt an und nahm mich direkt in die City mit. Ich erklärte ihr, dass ich nach Valencia wolle und sie setzte mich an einer Schnellstraßenauffahrt ab. Als ich dort auch noch eine halbe Ewigkeit stand und mehr ausgelacht wurde als alles andere hatte ich die Schnauze endgültig voll.

Ich wollte einfach nur weg!

Wieder einmal packte ich alles auf meinen Rücken, latschte quer durch die Stadt zum HBF und fragte, ob ein Zug nach Valencia fährt. Eine viertel Stunde später startete dieser und meine Geldreserven waren 34€ weniger viel.

Nun hab ich noch knapp 50€ und weiß nicht wohin das führt,

 

Ich habe mich erst mit einer sehr netten spanischen Studentin unterhalten und sie hat gleich für mich bei Ihren Freunden wegen schlafen rumgefragt, jetzt habe ich ein echt geiles Hostel und schon wieder nette Leute kennengelernt, diesmal 2 Deutsche ein typ und nen Mädel in meinem Alter, beide studieren in Heidelberg, wir haben uns echt gut unterhalten und sie haben mir noch einige Tipps gegeben und andererseits nicht mehr mit dem  Stauen aufgehört, als ich Ihnen meine Story erzählte ;-)

Valencia ist überwältigend, ich bin erst noch ein bisschen durch die Stadt gecheckt, des is der Wahnsinn! Ich werde wahrscheinlich morgen hier bleiben und erst übermorgen versuchen weiter nach Almaria oder sogar Malaga zu kommen.

 

Neue Fotos habe ich auch im FB hochgeladen, habe auch nen lustiges Video gedreht, vielleicht lad ich das morgen mal hoch.

 

So nun freue ich mich auf mein kuscheliges Bettchen und auf morgen in Valencia mit den anderen!

worst case ?!?

Freitag, 01.04.2011

Ich hab echt gut in dem Hostel geschlafen, bin erst gegen 11Uhr aufgestanden und musste mich beeilen das ganze Zeug einzupacken, da man bis elf Uhr das Zimmer geräumt haben musste.

Danach ging es mit vollem Marschgepäck Richtung Zentrum, wo ich zunächst eine Touristeninfo aufsuchte und dem Mann erklärte, dass ich nur noch einen Tag in Valencia bin und trotzdem etwas Kultur erleben will. Er gab mir einen Stadtplan, zeichnete mir eine Route ein, die an allen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen sollte und noch zu Fuß machbar wäre.

Ja das schon, nur mit X kg Marschgepäck – düdümm!

Bevor ich mich auf meine Citiytour machte, musste ich wieder erst mal Wasser kaufen, so ziemlich das wichtigste bei der ganzen Sache, da es früh schon 23Grad  im Schatten hatte….

Dann ging es los, ich habe extrem viel gesehen, das jetzt alles zu beschreiben würde zu lange dauern und wahrscheinlich auch zu langweilig ausfallen. Schaut einfach bei den neuen Facebook Bildern, da steht ja alles dabei!

Nachdem ich meine Tour beendet hatte, einen Puls von geschätzt 220 hatte und mir zum kotzen zu Mute war, da ich mich nicht entscheiden konnte, ob  ich weiter reise oder nicht, überlegte ich erst mal ganz in Ruhe was nun.

Ich entschloss mich weiter zu reisen Richtung Almeria, denn Andalusien war ja  mein Ziel…

Ich hatte jedoch keine Lust so lange wieder am Straßenrand zu stehen und noch mehrere Kilometer zu laufen ohne zu wissen wo das hinführt.

Ich fuhr also mit dem Bus durch die Stadt um an der Travellstation eine Info zu bekommen, ob Busse nach Almeria fahren und wie teuer das ist, da mir das Busreisen in Spanien mit den Busen von ALSA empfohlen wurde (Danke nochmal dafür Anna!)

Gesagt getan, Bus fuhr auch, preislich naja, jedoch kommt ja der Knaller….

Der Bus fuhr erst 0:29Uhr los, sodass ich mir im Prinzip ne kostenlose Nacht leisten konnte, heißt ich hatte zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – also sofort gebucht.

Nachdem ich das getan hatte, hatte ich noc 8 Stunden Zeit, was tun?

Mhm Spanien, geiles Wetter, Strand? Ab Geht’s!!!

Als ich mit einem Linienbus fast eine Stunden durch die Stadt gefahren bin, war ich endlich am Strand angekommen, chillte da etwas rum – naja ihr wisst ja wie das ist…

 

Langsam wurde es dunkel und ich wollte mich gerade wieder auf den Weg zurück machen, als ich bemerkte, dass ich der Einzige weit und breit am Strand war.
Plötzlich kam ein Chica an und fing mit mir in gebrochenem Englisch an zu reden. Sie sah wirklich eiß aus! Wir unterhielten uns sehr gut und es war nun schon fast komplett dunkel. Plötzlich nahm sie meine Hand und streichelte sie, wir kamen uns näher und küssten uns, naja was dann kommt brauch ich glaub ich nicht zu sagen.

Nachdem wir fertig waren (es ging ziemlich schnell…. ;-)  ) NNahm sie plötzlich Daumen und Zeigefinger in den Mund und pfiff somit Megalaut, ich checkte gar nicht, was das sollte und dann sprang sie wie von der Tarrantel gestochen auf und sprintete los.

Ich ante nix gutes… Plötzlich war auch schien ein Typ aus dem nichts angekommen und fing an auf mich einzubrüllen, von wegen „Money Money“. Ich dachte jetzt geht’s rund, mein Puls war sofort auf 200 und das Adrenalin schoss mir durch den Körper. Er begann mich zu schupsen und ich wusste, dass ich nur eine Chance hätte, wenn cih megabrutal auf Ihn einprügele oder sonstwas…

Wegrennen wäre sinnlos gewesen, da mein Marschgepäck mich daran gehindert hätte.

Plötzlich erinnerte ich mich, wie aus dem nichts an meine Aktivjudozeit. Er schupste mich immer heftiger und ich passte die Bewegung ab, als er seine rechte hand auf meinen Brustkorb klatschte. Meine Beiden Hände klatschten blitzschnell auf seine Hand die nun auf meinem Brustkorb fixiert war. Als nächstes ließ ich mich sehr schnell auf den Boden fallen, sodass sein fixiertes Handgelenk dabei wahrscheinlich mehrmals gebrochen wurde. Er lag schreiend auf dem Boden und ich wollte nur schnell mein Bag schnappen und nix wie weg, als ich überhaupt bemerkte, dass noch 2 andere dieser Typen da waren und sich schon darüber her machten.

Als sie das Ganze bemerkten kamen sie beide auf mich zu und ich konnte gar nicht so schnell gucken, da war es auch schon dunkel, einer hielt mich irgendwie fest und der andere zog voll durch, nach dem zweiten Schlag war Schluss…

Als ich wieder zu mir kam waren Geldbeutel, Handy und Kamera weg. Zum Glück haben sie den Laptop nicht gefunden.

Naja alles nicht so doll gelaufen, aber jetzt kommt der Megaknaller:

 

Leute schaut mal welches Datum heute ist, da  ich hier gerade in Almeria angekommen bin und etwas warten muss war das mein Beitrag zum Thema erster April, ich hoffe es kam authentisch rüber ;-)

Also nachdem ich vom Strand in die City zurückgekehrt bin, schlenderte ich noch ne Weile da durch und wartete dann auf den Bus,  der sich auch noch um eine knappe halbe Stunde verspätete…

Im Bus war es megaasslig stickig und warm. Ihr müsst euch das so vorstellen, dass es  eigentlich kein Bus über Langstrecken ist, sondern eher ein Linienbus, der über alle Dörfer fährt, das tat der dann auch.

Ich konnte kaum schlafen und dann wurde es auch noch kalt…..

 

Naja jetzt bin ich in Almeria angekommen und wird mindestens eine Nacht ier verbringen, bin ich weiter trampe.

 

Bis dahin!

Almeria

Sonntag, 03.04.2011

Zunächst dachte ich Almeria is die assligste von allen Städten, die ich bis jetzt gesehen habe, da hier nur Industrie und Agrarwirtschaft zu sehen war. Weit gefehlt, ich hab mich nur in die falsche Richtung bewegt, aber wie soll man auch wissen wo es lang geht, wenn die Flachzangen an der Touristeninfo weder ein kleines bisschen Englisch sprechen, noch „un mapa de Almeria“ – einen Stadtplan - haben…

Als ich dann also die Richtung Zentrum eingeschlagen habe, fand ich auch eine Touristeninfo, die sehr gebrochen englisch sprach. Sie organisierte für mich ein sehr billiges Zimmer und erklärte mir wo das ganze zu finden ist. Ich machte mich also mit Vollgepäck auf den Weg dahin, endlich angekommen war es nun schon kurz vor halb 11 Mittags (ich bin nach mehr als 8h Fahrt auch erst früh in Almeria angekommen). Erst mal duschen!

Danach hab ich mich erst mal total fertig hingelegt und wurde kurze darauf von Kai geweckt…. DANKE KAI!

Naja nach nem bisschen Smalltalk machte ich mich auf in die City, dort suchte ich mir eine Info, die mir einen Stadtplan geben konnte und mir sagen konnte, was ich mir denn anschauen solle, wenn ich nur einen Tag hier habe.

Gesagt getan!

Die Alcazaba war also auf dem Plan, eine sehr schöne, aus militärischer Sicht, gut gelegene Festung.

Zu Fuß, diesmal aber nur mit wenig Gepäck ging es darauf. Es war wunderschön da, doch ich will jetzt nicht alles beschreiben, da man auf den Fotos und Videos eigentlich alles sieht.

Danach hab ich mir noch eine Kathedrale angeschaut und bin bisschen durch die wunderschöne Innenstadt gelatscht.

Nun war es schon kurz vor Einbruch der Dunkelheit und ich machte mich auf zu meinem Hotel. Da ich jetzt Meister im Kartenlesen bin und mich auch so sehr gut orientieren konnte (in einigen Städten nur anhand der Himmelsrichtung) war ich natürlich zu cool um auf die Karte zu schauen und machte mich auf. Megafail!

Ich lief und lief und lief, als wäre ich nicht vorher und die Tage zu vor schon geschätzt 123.323,9km gelaufen… Naja als ich dann endlich merkte, dass das nicht stimmen kann und die Stadt immer mehr einem Industriepark glich, holte ich dann doch mal die Karte raus. Ich sah, dass ich mir einfach einen falschen Punkt gemerkt hatte und mich eigentlich richtig orientiert hatte, aber eben da nicht mein Hotel war. Also lief ich wieder zurück und schaute wo ich denn lang muss. Da es schon dunkler wurde und ich natürlich keine Kontaktlinsen drin hatte sah ich absolut nix auf der Karte. Naja lirumlarum, irgendwann hatte ich es dann doch noch gefunden und war froh einfach ins Bett gehen zu können und endlich zu schlafen.

worst day, best night ever!

Sonntag, 03.04.2011

(Es ist viel, aber wirklich lesenswert ;-)

 

Nachdem ich heute aufgestanden war und nochmal auf die Karte geschaut habe, war ich mir sicher, dass ich das Stück von Almeria nach Malaga mit Trampen schaffe, schließlich waren es nur reichlich 200km, was man in jedem anderen Land locker an einem halben Tag schafft.

Weit gefehlt!

Schon alleine aus Almeria rauszulaufen bis auf die Autobahnauffahrt bedeutete ca. eine Stunde Marsch und da ich beim Laufen immer ein relativ straffes Tempo an den Tag lege, eine Entfernung von ca. 6-7km. Mit Vollgepäck!

Naja wie es eben so ist, nimmt einen keiner hier in Spanien mit, man kann machen was man will.

Durch Zufall traf ich einen netten älteren Herren der am Stra0enrand stand und gerade in sein Auto einstieg (ich fertigte gerade eines meiner nun schon unzähligen Schilder).

Dieser Mann sprach überraschender Weise halbwegs deutsch, da er insgesamt über ein Jahr in Deutschland verbrachte. Er erzählte mir, dass es schwierig wird, da auf die Autobahnauffahrt zu kommen und ich doch mit ihm nach „Adulcio“ kommen solle um von da weiter zu kommen.

Das machte ich auch. Jedoch ließ er mich gleich kurz nach Ortseingang raus und ich hatte mal wieder einen 3km Marsch vor mir bis eine besser Stelle zum trampen kam. Jedoch hielt dort wieder mal keiner an, egal was auf meinem Schild stand (ich hatte nun schon eine Technik entwickelt, womit ich blitzschnell den Ortsnamen wechseln konnte und somit bis zu 4 Ortsnamen oder Autobahnnummer stets parat hatte).

Also ging es weiter zu Fuß –mal wieder! Nach noch mehrmaligem Halten und unzähligen  Versuchen mitgenommen zu werden hielt dann plötzlich doch einer an, der mich ganze 5km bis in den Nachbarort „Vicar“ mitnahm. Jedoch ließ er mich nicht an der Autobahnauffahrt sondern an einer Bushaltestelle raus. Wie schon zuvor beschrieben setzte sich das ganze fort.

Jetzt kam aber der Hammer, mich wollte wirklich niemand auch nur ein Stückchen mitnehmen und so beschloss ich bis auf die Autobahnauffahrt zu laufen, ohne zu wissen, wie weit das war.

 

Ich lief und lief und lief, hielt immer mal wieder den Daumen raus und lief weiter. Meine Füße spürte ich schon lange nicht mehr und meine Schulter vermischten brennende und stechende Schmerzen (ich muss dazu sagen, dass ich mal wieder zu geizig war einen Markenrucksack zu kaufen und mein jetziger Rucksack gleich am 3ten Tag am Tragesytem kaputt gegangen ist und ich das Ganze nur provisorisch mit Tape richtete, was bedeutete, dass der Rucksack nun trotzdem oben vom Rücken weg geht und erst an der Hüfte wirklich wieder richtig dran gepresst wird – sehr unangenehm, da dieser riesen Hebel das Gewicht um einiges verstärkt und ich immer geneigt bin, meinen Oberkörper nach vorn zu nehmen, damit der Rucksack gerade ist, sodass ich also immer krumm laufe und das mit einem Drittel meines Eigengewichtes…).

Wie dem auch sei, ich lief weiter und weiter und weiter, die kleine Stadt war schon kaum noch zu sehen und die Sonne klatschte jetzt richtig denn es war nun schon gegen 14Uhr und somit stand sie am höchsten. Kein Schatten, kein kühles Lüftchen nichts! 35 Grad und Vollgepäck!

Da es in Spanien regelrecht verpönt ist, mit kurzen Hosen herum zu laufen, hatte ich also auch noch lange Hosen an…

Mein Shirt war klatschnass und plötzlich hatte ich irgendwie das Gefühl mich übergeben zu müssen.

Mein Kopf fühlte sich extrem heiß an und ich konnte kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Nun kam auch noch leichter Schwindel hinzu und ab da registrierte ich erst, dass es ernst ist, sehr ernst! Wenn ich hier umkippe findet mich keiner! Ich griff zu meiner Wasserflasche, worin sich zum Glück noch reichlich ein Liter befand. Ich trank nur wenige kleine Schlucke und kippte mir etwas über den Kopf. Da ich nicht wusste, wo ich wann sein werde und morgen zum Sonntag alle Läden geschlossen haben, rechnet ich mit dem Schlimmsten und versuchte mir das Wasser so einzuteilen, dass es bis Montag reichen würde. Ich trank immer wieder dann einen Schluck, wenn der Schwindel oder die anderen oben beschriebenen Symptome kamen.

Mein ganzer Körper zitterte und streikte, ich wollte keinen Meter mehr gehen, nur die Musik die ich im Ohr hatte puschte mich noch etwas nach vorn. Als die Musik dann auch noch aufhörte merkte ich erst mal, wie alleine ich wirklich war. Ich lief weiter und weiter. Ich sagte zu mir selbst „komm schon, die Auffahrt kommt sicherlich bald!“ und musste über mich selbst lachen, da ich mich schon wie der Typ, welcher mal bei „Schlag den Raab“ teilgenommen hatte und sich stets selbst anfeuerte, anhörte.

Endlich sah ich einen Kreisverkehr und merkte, dass dieser wahrscheinlich auf die Autobahn führe.

Nur ein Problem: Er lag in ungefähr zehn Metern Höhe von mir aus gesehen…

Ich hatte also die Wahl entweder noch 500m laufen, oder 100m einen regelrechten Kletterpfad mit Vollgepäck, klapprigen Beinen und auch sonst kaum noch Kraft, zu überwinden. Natürlich entschied ich mich für zweiteres, da ich in diesem Moment das Risiko fast völlig ausblendete und nur den Gedanken hatte „wenigstens keine 500m mehr laufen“.

Nachdem ich mehrmals weggerutscht war hab ich das Ganze dann doch noch geschafft. Bei dem Übersteigen der Leitplanke bekam ich mein Bein kaum noch so hoch, dass ich nicht hängen blieb. Ich erreichte endlich den Kreisverkehr. Dort stellte ich mich genau auf die Autobahnauffahrt Richtung Malaga. Eigentlich wollte Ich erst mal nur mein Schild fertig machen, als schon ein Auto kam. Wie aus Reflex hob ich meinen Daumen und er hielt sogar an. Ein wirklich sehr netter Spanier, der sich mit mir trotz Sprachbarriere mit Händen und Füßen zu unterhalten versuchte. Er fuhr bis Adra, dort setzte er mich am nächsten Kreisverkehr ab und gab mir sogar noch 2 Donuts und 2 Früchte, von denen ich jetzt noch nicht weiß, was es ist…

Die Donuts aß ich so schnelle auf, sodass ich sie kaum schmeckte. Nun war ich froh, wieder ein Stückchen gekommen zu sein.

Ich stellte mich auf die Auffahrt und wartete und wartete und wartete.

Es kam einfach kein Auto!

Innerhalb von mehr als 30min kamen genau 4 Autos, eines davon war voll, eines die Polizei und die anderen zwei einfach zu arrogant um anzuhalten.

Hier kam ich also nicht weiter, nachdem ich nun schon diesen Megamarsch hinter mir hatte, die Sonne immer noch klatschte und ich mir ausrechnete, dass hier geschätzt nur 5% der Spanier einen Tramper mitnehmen, hochgerechnet auf 8 Autos pro Stunde kam ich zu dem Ergebnis, dass ich noch bis morgen da stehen müsse um rein statistisch überhaupt eine Chance zu haben, beschloss ich nach Adra zu fahren und da auf einem Zeltplatz in der Nähe mein Zelt aufzuschlagen.

Nachdem ich alles gepackt hatte und ungefähr 300mm geschleppt hatte, stellte ich mich direkt an die Straße Richtung Adra.

Niemand hielt an, egal wie stark ich gestikulierte und bettelte.

„Leckt mich“ dachte ich mir und musste wieder über mich selbst lachen. Ich entschloss mich alles über den Haufen zu werfen und die reichlich 50km, die ich an einem halben Tag gekommen war, wieder zurück nach Almeria zu trampen.

Nachdem ich mich auf diese Autobahnauffahrt stellte, zwar deutlich mehr vorbeikamen, aber keiner anhielt war ich am Verzweifeln.

Ich konnte einfach nicht mehr, wollte nicht mehr, verfluchte die Welt und alle Spanier, die mich stehen ließen.

Ich dachte an zu Hause, an Würzburg, meine Freunde da, meine Freunde in Sachsen, meine Eltern und Großeltern, an Lisa und ihre Familie und wünscht mir einfach nur, dass nur eine einzige dieser Personen hier bei mir wäre und mir sagen würde „hey Kopf hoch, das wird schon wieder, du schaffst das“ aber darauf konnte ich lange warten…

Nachdem ich nun schon eine Weile am Straßenrand saß und nicht mehr weiter wusste, hob ich auch nicht mehr mein Schild bei vorbeifahrenden Autos.

„Scheiß auf alles!“ dachte ich, nahm meinen Rucksack, riss ihn vor Wut so schnell nach oben und dann auf meinen Rücken, dass ich vor Schmerzen und Anstrengung einen Laut, gleich einer Ostdeutschen Kugelstoßerin 1984, von mir gab.

Ich lief also mal wieder, lief und lief und lief. Endlich sah ich das Ortseingangsschild Adra und freute mich einfach nur wieder unter Menschen zu sein. Nachdem ich durch den Ort lief um ein billiges Hostel oder sonst was zu suchen, da ich keine Lust auf nix mehr hatte, wurde ich stets enttäusch.  Alle Infostände hatten schon zu. Endlich fand ich eine Art Internetkaffee, in welchem einer arbeitete, der etwas Englisch verstand. Ich machte ihm klar, dass ich eigentlich nach Malaga will und er schaute für mich nach einem Bus.

Nun kam endlich mein gewohntes“ Sonntags-kind-glück“ zurück und er meinte, dass in einer dreiviertel Stunde einer fährt.

Ein anderer netter Spanier zeigte mir noch die Estation de Autobusos und alles war cool.

 

Jetzt kommts!

 

In Malaga angekommen suchte ich nach einem billigen Hostel . Als ich da so stand, sprach mich plötzlich einer von der Seite an, ob ich aus DTL komme.

Nach einem kurzen Smalltalk beschlossen Alejandro (der spanische Wurzeln hatte) und ich einfach durch die Stadt zu ziehen und nach nem Hostel zu suchen.

Wir hatten relativ schnell etwas gefunden. Zum Schlafen sollte es reichen--- Alejandro wollte den nächsten Tag schon wieder nach Hause, also hatte er vor den Abend noch in der Stadt zu verbringen. Obwohl ich megafertig war, merkte ich, dass meine gewohnte Glückssträhne zurückkehrte und beschloss mit ihm zu gehen. Ich wollte eigentlich vorher noch duschen, aber als wir bemerkten, dass Kot in der Dusche lag, entschlossen wir uns für eine italienische Dusche. Nun ging es zum Plaza de Major, von dem Alejandro sich sagen ließ, dass da mega der Bär steppt. Naja da Alejandro beim Zoll arbeitet und es sein letzter Abend werden sollte, brauchte ich mir um das Finanzielle keine Sorgen zu machen, dass kam mir natürlich sehr gelegen. Mit dem Taxi ging es für knapp 20€ zum Plaza de Major. Dort angekommen waren wir von der Größe überwältigt, aßen zunächst etwas und wollten dann dancen.

Weit gefehlt, es gab zwar tausende Bars und Leute, aber keine Disco. Wir entschlossen uns also in Richtung Zentrum zurück zu fahren, was aber wieder fast 20€ gekostet hätte. Also versuchten wir es mit Trampen, bzw. Alejandro wedelte die ganze Zeit mit einem 10er rum und versuchte Autos anzuhalten. Als nix mehr ging, entschlossen wir uns zu laufen, es war schon 0 Uhr und wir wollten schnell in die City zum Feiern.  Wir sprachen auf dem Weg über tausende Dinge und irgendwann erzählte uns ein Spanier, dass wir noch eine Stunde zu Fuß unterwegs wären, um ins Zentrum zu kommen. Zum Glück kam genau in diesem Moment ein Bus vorbei und wir kamen direkt im Zentrum an.

Dort checkten wir durch die Straßen und Bars und waren einfach nur von den Chicas überwältigt, ich könnte euch das hier versuchen zu beschreiben, aber ihr würdet es mir nicht glauben, wenn ich euch sage, dass es hier normal ist, dass die Frauen max. das erste Drittel ihres Oberschenkels bekleidet haben.

Irgendwie kamen wir dann mit 3 von diesen  Chicas ins Gespräch und der Abend versprach lustig zu werden. Immer mehr ihrer Freundinnen kamen hinzu und interessierten sich für uns, es war das Paradies!. Viertel 4 morgens, meinte die eine, dass sie jetzt gehen, sie aber noch ein paar anderen Freundinnen bescheid gesagt habe, die dann noch vorbei kommen wollten. 2 Minuten später standen die zwei heißesten CHicas vor uns-  bereit zur Party. Also ging es in eine richtige Disco. Alejandro ließ den Geldbeutel spielen und es ging sofort rein, an die Bar,  Drink und abdancen.

Naja das Ganze zog sich dann so hin und es wurde immer lustiger und flüssiger. Ich will jetzt hier nicht auf alle Details eingehen ;-) Früh kurz vor um 6 waren wir beim Hostel!

Auf jeden Fall eine der Top-Ten-Nächte ever!

Wir haben natürlich auch Fotos und Videos gemacht, von denen werde ich aber nur einige hochladen, wer mehr sehen möchte, sagt am besten mal Bescheid wenn ich wieder in DTL bin…

 

Benalmadena arroyo de la miel

Dienstag, 05.04.2011

 

Nachdem wir nach reichlich 4 Stunden Schlaf aufgestanden waren (was aber auch gerade so noch zumutbar in diesem mega-abgefuckten Hostel war) machten wir uns auf Richtung Zentrum. Dort angekommen ging es zum Busbahnhof, da wir für Alejandro einen Bus, Zug oder Flieger nach Hause buchen wollten.

Als nach längeren Verhandlungen raus kam, dass Bus und Bahn zu teuer wird, blieb nur noch Flieger übrig, den er dann über das Internet Buchen wollte. Danach gab es erstmal ziemlich chillig nen Kaffee und wir überlegten, was wir machen sollten. Alejandro kam auf die geniale Idee mir Benalmadena arroyo de la miel zu zeigen.  Nach einer 20 minütigen Zugfahrt warn wir in dem 30km entfernten Ort angekommen. Es ist wirklich sehr schön da und wir liefen hier und da durch die Stadt schauten uns erst mal um und beschlossen dann ein Hostel zu suchen. Gesucht gefunden“! Megageiles Hotel mit eigenem Bad, wifi rund um die Uhr, TFT Flachbildschirm, 24h Bar und was sonst noch das Herz begehrt…  Nachdem ich etwas mit der netten Rezeptionsdame geredet und gefeilscht habe, bekamen wir das Zimmer für 16€ pro Pers. Also absolut top. Der Abend klang dann relativ ruhig und gemütlich aus.

Den nächsten Tag starteten wir gegen Mittag, nachdem wir ausgeschlafen hatten. Wir machten uns zunächst zum Aeroporto auf, um den Flug für Alejandro umzubuchen. Als wir dort mit dem Typen von Easy-jet redeten und er meinte, dass fast jeden Tag mehrere Flieger gehen, hat sich Alejandro spontan dazu entschieden bei mir in Spanien bis Samstag zu bleiben ;-)

Dann ging es wieder zurück nach Benalmadena, da angekommen einfach nur Playa (Strand) und chillen. Nachdem wir uns beide einen Sonnenbrand geholt hatten, entschlossen wir uns irgendwo schön Essen zu gehen. Danach wurde sich geduscht, schick für Chicas gemacht und ab ging es auf die Piste. Der Abend wurde wieder sehr lustig, einige Bars und naja, alles andere erzähl ich vielleicht ein andermal  ;-)

Wir kamen irgendwann früh in unserem Hotel an und vielen halb tot ins Bett.

 

Heute ist mal bisschen Kultur dran, so wollen wir uns ein Castello, also ein Schloss hier in der Nähe anschauen.

Bis dahin hasta luego!